>>259965
Bin kein Deutscher, hab' aber mein Studium in Deutschland abgeschlossen.
>I was wondering what you think of the 1545 Luther Bible.
It's a good place to start from if you wish to study the history and development of the German language and how Neuhochdeutsch came about, but otherwise it's not particularly different from the rest of the German translations of Scripture. There are some controversial parts, like Romans 3:28 where there was an apparent "allein" added in where the Greek didn't have it (but this formulation isn't exclusive to the Lutherbibel) as well as "Ecce homo!".
There are also places where Luther formulated his translation a little more poetically for his German audience
>I know the language is somewhat archaic
Fortunately, it's not archaic to the point where you would need a companion to read it (unlike Shakespeare or even the KJV in certain areas), but some of the syntactical structures may feel a little foreign.
>empfohlene Deutschbibel
Ich lese auch die Elberfelder-Bibel sowie die Schlachter-Bibel. Die beiden Übersetzungen sind einigermaßen "treuer" als die des Luthers, nämlich nicht so poetisch übersetzt, aber im Großen und Ganzen stimmen sie miteinander überein (außer die Stellen in der Lutherbibel, die ich früher erwähnt habe).
>warum übersetzt Luther "our daily bread" als "unser täglich Brot" und nicht "unser tägliches Brot"? Ist das nicht grammatisch unrichtig? Danke.
Diese ist eher eine theologische Frage als eine grammatische. Grammatisch gesehen wäre "unser täglich Brot" heutzutage falsch (zumindest in der Alltagssprache) wegen der Adjektivdeklination.
Aus einer theologischen Sicht aber gibt es einen Unterschied:
In seinem Kleinen Katechismus, den er 1529 verfasst hat, schreibt Luther: "Brot ist „alles, was not tut für Leib und Leben, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherrn, gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen." In diesem Sinne ist das "täglich Brot", das Gott uns gibt, anders als das "tägliche Brot", das wir jeden Tag essen. Diese Konstruktion "täglich Brot" kommt auch nur einmal im Neuen Testament vor, nämlich im Vaterunser.
Leider bin ich kein Theologe und kann deswegen deine Frage nicht viel weiter beantworten.