>>>60431
>stelle Behauptung auf
>Behauptung wird hinterfragt
>anklagenden Erwartungshaltungsposition
Natürlich habe ich die Erwartungshaltung an den Behauptungsaufsteller, dass er sich dabei was gedacht hat und ich ihm deshalb kritische Fragen stellen kann. Anklagend ist daran genau gar nichts.
Natürlich muss auch eine Kritik inherent fundiert sein und muss dahingehend selbst kritisiert werden, eine Kritik muss aber keine alternative Lösung aufzeigen (kann es aber als Bonus natürlich tun).
>langfristig von selbst lösen
Erbsenzählerey 2.0 - wieso sollte sie das automatisch durch eine geringere Bevölkerungszahl tun und nicht erst durch proaktives Zutun dieser Bevölkerung bzw. deren jeweiliger "Lenker"? Eine Bevölkerungsreduktion würde sich wieder lediglich katalysierend auswirken, wenn wir nicht von wirklich enormer Reduktion sprechen, die wiederum neue Probleme mit sich brächte.
>Aber sicher ist es trotzdem wünschenswert, die absolute Zahl an Menschen, die in Elend leben müssen, zu verringern oder nicht?
Wie stellst du sicher, dass sich das prozentuale Verhältnis hierbei nicht wieder ungünstig verschiebt?
>in meinen Augen wirkt es stichhaltig, dass besonders hoher Kinderreichtum die Lage dieser einzelnen Individuen in Familien in prekärer Situation nicht verbessert sondern verschlechtert
Die Frage ist: weshalb sind diese Familien denn in dieser Lage befindlich? Möglicherweise nützt es ihnen overall nicht, aber in Staaten ohne entsprechend ausgerüstetes Sozialsystem sind Kinder schon deshalb "notwendig", weil man bei Krankheit oder im Alter Helfer braucht (was ja bei uns mit verhältnismäßig gutem Sozialsystem auch der Fall ist), weil sie bei der Arbeit helfen müssen usw.
>Ich persönlich finde, es kommt schon fast einer Straftat gleich, ein Kind in die Welt zu setzen, wenn man voraussichtlich nicht in der Lage ist, dieses entsprechend zu ernähren und mit allem Nötigen zu versorgen.
Eine Zwei-Kind-Regelung gewährleistet dies überhaupt nicht. Nur eine Einzelfallprüfung würde dies tun. Entsprechend deiner Forderung dürften in Deutschland z.B. Hartz-IV-Empfänger und Studierende keine Kinder bekommen, weil diese ja vom Staat und nicht durch die Arbeit der Eltern versorgt würden. Auch wenn ihre Arbeits-/Mittellosigkeit nicht selbst verschuldet wäre.
Ein Kind hungern zu lassen bzw. nicht mit dem Nötigsten zu versorgen stellt hierzulande auch eine Straftat dar, zu Recht.
Nur muss die Erkenntnis, dass ein Kind enorme Verantwortung bedeutet, von Innen her kommen. Und der Stellenwert von menschlichem Leben und Kindern ist stark geprägt durch Lebensrealitäten und soziologischen Hintergrund.
Wenn jetzt z.B. zwei ungebildete Arme in einem korrupten weniger entwickeltem Land, dessen wirtschaftliche Situation historisch massiv von Außerhalb geprägt wurde, das heute im globalen Wettbewerb eine benachteiligte Position hat und wo die katholische Kirche erzählt, dass Verhütung eine Sünde ist und deshalb nicht erlaubt (Every sperm is sacred!) (und evtl. auch teuer) und wo Männer einen höheren Stellenwert haben und männlicher Nachwuchs deshalb erwünschter ist mehrere Kinder zeugen, wer ist dann Schuld an den Bedingungen, unter denen diese aufwachsen?
Sind Kinder bzw. ist Fortpflanzung ein Privileg der Wohlhabenden? Spricht die Bourgoisie hier ironischerweise den Proletarieren selbst noch die [i]proles[/i] ab? Checkier mal.
>Wie soll das strukturell möglich sein für ein Land mit sowieso schon schlechten Startbedingungen, all diesen Kindern ein gleichwertiges und sich stetig verbesserndes Bildungsangebot zu gewährleisten?
Wird sich ohne Hilfe von Außen nur sehr langsam einstellen.
Bei beiden Modellenl muss der Staat finanziell und strukturell allerdings auch in der Lage sein eine Schulpflicht und ein Verbot der Kinderarbeit durchzusetzen, sprich Eltern entsprechend kompensieren, die von eigener Arbeit allein nicht leben können bzw. [b]dafür sorgen, dass die Löhne entsprechend angehoben werden![/b] Aufrgund der globalen Wirtschaftskonkurrenz ist dies aber enorm schwierig, da die T-Shirts für H&M natürlich billig produziert werden sollen und dann wandert man halt weiter in $Billiglohnland.
In der Realität sieht es auch oft so aus, dass aus dem Verdienst der älteren Kinder einzelne jüngere in die Schule geschickt werden. Was Kinderarbeit nicht rechtfertigt, aber muss ich hierfür *wirklich* die Eltern als Einzelindividuen verantwortlich machen?