Organisatorisches
Das ist das Brett zum Projekt, bislang gibt es noch einen IRC-Kanal und ein Wiki, und ich denke die idealiste Form wird sich finden und die jeweils anderen beiden automatisch ablösen.
IRC-Kanal: #mememagic auf irc.rizon.net
Wiki: https://github.com/mlkmlk/mememagic/wiki
TOR: oxwugzccvk3dk6tj.onion/tinkerbell
Ob z.b. Trips verboten oder vorgeschrieben sein sollen und alle anderen administrativen Sachen können also hier besprochen werden.
Moderation wird es aber keine geben.
Zum Projekt
Je est un autre - Rimbaud
Am weitesten gefasst könnte man sagen, hier wird eine Phänomenologie des Internets versucht. Leichter ist aber wie immer zu sagen, was es ist nicht sein soll:
Keine empiristische Beschreibung der technischen Vorraussetzungen, aber auch nicht die soziologische Beobachtung derer, die sie nutzen und nutzbar machen und genausowenig eine Synthese davon. Alles was bisher über das Internet gesagt wurde, war, wenn überhaupt, eine Ferndiagnose seiner Nutzer, eine soziologische Studie über seine Nutzer, eine Untersuchung von Content den die Nutzer verursachen, die _vor_ dem Bildschirm sitzen. Nicht über das Bewusstsein, das sich währendessen jenseits des Bildschirms im Internet bewegt.
Die Arbeit hat vielleicht mehr mit der eines Reiseschriftstellers oder Staatskundlers zu tun, als mit der eines Psychologen. Es soll die eine manifestartige Antwort des Internets auf die Unkenntnis und Xenophobie der alten Welt sein, die sich in dutzenden Büchern dieses Themas ausdrückt und sich so einer echten Auseinandersetzung erwehrt.
Der Geist muss demjenigen von Patrioten ähnlich sein, die für die Anerkunng seines sezionierten Staatsgebietes kämpfen. Oder dem Entdecker, der den Zuhausegebliebenen die Sitten ferner Gestade verständlich machen muss.
Zwei große Punkte sollen sein:
1) Das Internet ist nicht die reale Welt (sondern eine andere Welt)
2) Ich bin nicht ich im Internet (sondern ein anderer)
Tut mir leid, wenn alles so vage und esoterisch daherkommt, ich bin mir sicher das wird sich geben. Alles was man jetzt konkret festsetzt, macht es später eng und unkomfortabel für Änderungen, die sich aus der Entwicklung ergeben
Im Schwarm (Byung-Chul Han)
Anlass zu dem Projekt, ich versuche ein PDF aufzutreiben oder scanne es ein in Bälde.
Klappentext:
Die digitale Vernetzung bringt einen Paradigmenwechsel mit sich, der in seiner Konsequenz genauso weitreichend ist wie der Buchdruck. Sie hat Konsequenzen bis in die Tiefenstruktur des Denkens, der Empfindung und des Habitus. So brauchten wir heute eine digitale Anthropologie, eine digitale Ethik oder Politologie. Die digitale Kommunikationsrevolution führt vor allem zur Erosion des öffentlichen Raumes, in den früher Informationen hinausgetragen und in dem Informationen auch erworben wurden. Informationen werden im privaten Raum produziert und ins Private kommuniziert. Diese Veränderung des Informationsflusses hat Konsequenzen in vielen Lebensbereichen, auch im Politischen.
Wiki
Das derzeitige Wiki (https://github.com/mlkmlk/mememagic/wiki) lässt, was Struktur und Inhalt angeht, sehr zu wünschen übrig.
Alles Wikirelatierte also hier hinein.
Philosophie
>Gib mir einen Punkt, wo ich hintreten kann, und ich bewege die Erde
In der Philosphie ist schon lange ein toter Punkt erreicht, wenn man glaubt, dass alle Betrachtung von Standpunkt abhängig ist. Mit dem Nihilismus wurde der auf eindimensionaler Ebene letztgültige (d.h. theologische) Standpunkt erklommen: die Sackgasse.
Durch das Internet, oder das Internet in potentia, oder das ideale Internet bekommt die Betrachtung der Welt einen neuen Standpunkt hinzu, bzw zwei:
1) Eine Metasicht auf die Welt als eine Option(die seit der Moderne als alternativlos galt)
2) Eine Sicht auf die neue Welt
Womit man mit 2) wieder am Anfang ist. Im Lichte der neuen Welt - und _auf_ die neue Welt muss die gesamte Ideengeschichte nocheinmal neu angewendet werden.
Jenseits der Kosmologie (die in diesem Falle rein technisch ist) kann mit Platon begonnen werden, mit dem Höhlenngleichnis, der Ideenwelt, dem Idealismus.
Let's try
Mememagic
Beinahe Selbsterklärend.
“Meme Magic” is a slang term used to describe the hypothetical power of sorcery and voodoo supposedly derived from certain internet memes that can transcend the realm of cyberspace and result in real life consequences. Since its coinage on the imageboard 8chan, the fictitious concept has gained popularity on 4chan’s /pol/ (politically incorrect) board and been heavily associated with several in-jokes and shitposting fads on the site, including Ebola-chan, Baneposting and Donald Trump.
Meta unverdaut
>1) Das Internet ist nicht die reale Welt (sondern eine andere Welt)
>2) Ich bin nicht ich im Internet (sondern ein anderer)
Zwar habe ich diese Sätze sehr lieb, aber ihre Konsequenzen kann ich noch nicht überblicken: Wenn wir von dieser Trennung ausgehen, was bedeutet das dann notwendigerweise für unser Verständnis, unser Weltbild? Wie gehen wir mit den zahlreichen Verschränkungen, Verbindungen zwischen Internet und Nicht-Internet um? Konkret ein Szenario, das mir im Kopf umgeht:
>Internet-Stalking
Ich will hier zwei grundlegende Arten unterscheiden, je nachdem, welche Richtung das Stalking nimmt: Entweder steht am Anfang die Begegnung im Weltlichen, die sich dann über eine Google- oder Facebooksuche in das Virtuelle verlagert. Oder aber am Anfang steht der Kontakt im Internet, von dem aus dann der Wunsch nach RL-Annäherung erwächst.
Man könnte sich (und ich würde mich gerne) lange darüber unterhalten, was da in den beiden Fällen genau passiert und wer da wem schlussendlich begegnet. Doch was gleich auffällt: Internet und reale Welt scheinen immer da zusammenzuwachsen, wo Anonymität im Internet nicht geachtet wird.
Hier scheint sich eine ganz andere Bewegung für die Ausgangsidee zu ergeben: Das scheinbar Beobachtete ist eigentlich die Forderung. Das, was postuliert wird, ist noch nicht Realität, soll es aber werden. Mememagic pur, nicht? Die Romantiker haben gesagt, eine Theorie des Romans müsse selbst ein Roman sein. Sagen wir analog etwa, dass die Theorie von Mememagic selbst Mememagic sein muss?
Opinions? Schreibts in die Kommis pls
Zine
Konkrete Projekt-Idee: Ein Zine wäre eine gute Sache.
Nicht nur gibt es einem eine gute Entschuldigung tatsächlich etwas zu tun, sondern am Ende kommt sogar etwas hoffentlich kulturell Wert-Volles heraus. Auch hier wäre der Fokus natürlich nicht das Sezieren des Internets in allen möglichen Disziplinen, sondern viel mehr ein spielerisches Erforschen des Raumes, und seine Grenzen – so dass dem Leser der Geiste des Internets als Gegen-Welt, und seinen Erkundern als rein metaphysischen Wesen nahe gebracht wird. Also; mehr Propaganda als Analytik!
Besteht Interesse?
IRC
https://log.panel.moe/rizon/%23mememagic
Zur besseren Verknüpfung und damit uns alles erhalten bleibt, sind unter obiger Adresse nun die Logs des IRC-Kanals (#mememagic @ rizon) öffentlich.
Der Faden kann gern zum Pasten und zur Diskussion interessanter Passagen benutzt werden.
Rekrutierung
Wieviel Leute verträgt so ein Projekt? Wie diskret/geheim soll das hier sein?
Man möchte nicht unbedingt meinen, dass mehr Kontributoren ein Nachteil sind (zumindest auf dem Brett)
Aber bin trotzdem dagegen das Brett breitflächig zu bewerben - lieber die paar Personen, die gut hineinpassen würden, den Link hierher zukommen lassen.
800 Millionen
Fast ein Gegenentwurf zu Byung-Chul Hans "Im Schwarm" ist das Facebookbuch (Han meint ja auch eigentlich nur Facebook wenn er "das Digitale" sagt.) von Pschera. Das versuche ich auch zeitnah aufzutreiben, man kann aber sich schon durch seinen Blog klicken, da steht auch viel interessantes schon.
http://www.amazon.de/800-Millionen-Apologie-sozialen-Medien/dp/388221578X
Z.B.:
Facebook ist keine Wüste Gobi der Liebe, sondern eine unendliche Vernetzung digitaler Stammtische. Auf der Pinnwand von Facebook handeln und sprechen wir coram publico
– das heißt: in aller Öffentlichkeit. Die Freigabe der eigenen Privatsphäre ist ein Akt der Selbstreflexion als soziales Wesen. Der Raum der Kommunikation ist transparent. Kritik und Lob müssen öffentlich ertragen und geteilt werden. So entsteht – und das ist das Schöne: in jeder Zelle anders! – eine neue soziale Mitte, ein auratischer Liebespol.