>1) Das Internet ist nicht die reale Welt (sondern eine andere Welt)
>2) Ich bin nicht ich im Internet (sondern ein anderer)
Zwar habe ich diese Sätze sehr lieb, aber ihre Konsequenzen kann ich noch nicht überblicken: Wenn wir von dieser Trennung ausgehen, was bedeutet das dann notwendigerweise für unser Verständnis, unser Weltbild? Wie gehen wir mit den zahlreichen Verschränkungen, Verbindungen zwischen Internet und Nicht-Internet um? Konkret ein Szenario, das mir im Kopf umgeht:
>Internet-Stalking
Ich will hier zwei grundlegende Arten unterscheiden, je nachdem, welche Richtung das Stalking nimmt: Entweder steht am Anfang die Begegnung im Weltlichen, die sich dann über eine Google- oder Facebooksuche in das Virtuelle verlagert. Oder aber am Anfang steht der Kontakt im Internet, von dem aus dann der Wunsch nach RL-Annäherung erwächst.
Man könnte sich (und ich würde mich gerne) lange darüber unterhalten, was da in den beiden Fällen genau passiert und wer da wem schlussendlich begegnet. Doch was gleich auffällt: Internet und reale Welt scheinen immer da zusammenzuwachsen, wo Anonymität im Internet nicht geachtet wird.
Hier scheint sich eine ganz andere Bewegung für die Ausgangsidee zu ergeben: Das scheinbar Beobachtete ist eigentlich die Forderung. Das, was postuliert wird, ist noch nicht Realität, soll es aber werden. Mememagic pur, nicht? Die Romantiker haben gesagt, eine Theorie des Romans müsse selbst ein Roman sein. Sagen wir analog etwa, dass die Theorie von Mememagic selbst Mememagic sein muss?
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