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/tinkerbell/ - Gnosis für Fortschreitende

› Souverän ist, wer über die Wellen des Raumes verfügt ‹

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 No.225

Können wir über Waifus reden, und wann sie endlich real werden?

 No.231

Der Versuch eine ehrliche Antwort auf diese doch provokanttrollende Frage zu finden, sollte sich unter dem Umstand, dass das Medium der Waifu hier nicht spezifiziert wurde, als äußerst schwer erweisen. Ich gehe einfach davon aus, dass eine Waifu nun ein beliebiger Charakter sei, wobei auch die Einschränkung, dass er fiktiv sein müsse, optional ist.

Jedoch sollte an erste Stelle überlegt werden, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit man einen Menschen über digitale Wege auch als Mensch klassifiziert. Das älteste Kommunikationsmedium in der digitalen Welt war das Schreiben digitaler Briefe. Darauf folgten dann textbasierte Chats mit mehreren Personen. Viele Jahre später folgte darauf dann VoIP und noch etwas später dann Videochat.

Somit sollte nun diskutiert werden, welche technischen Möglichkeiten des Waifushippings, also des Transports aus der digitalen über ein gewisses Trägermedium in die reale Welt, möglich wären. Da eine Waifu auf einem fiktiven Charakter, primär aus einem Manga oder Anime, basiert, besitzt diese bereits gewisse Charaktereigenschaften und ein, hoffentlich einheitliches, Sprachbild und einen Wortschatz auf einem gewissen Level. Anhand dieses Schwalls an Daten lässt sich zum einen ein Satz auf Urheberschaft der Waifu einschätzen. Zum anderen lassen sich jedoch auch Algorithmen mit diesen Daten füttern und so selber Antworten auf Eingabetext generieren. Der nächste Schritt wäre nun das Sprechen des Textes, welches heutzutage ebenso kein Problem mehr darstellt. Als Vergleich sei an dieser Stelle einmal Hatsune Miku angeführt. Um die Waifu auf den aktuellen Ist-Stand der digitalen Kommunikationstechnik zu bringen, müsste sie ebenso animiert werde können, welches heutzutage auch technisch keinem Problem entspricht. Das automatisierte Rendern von (menschlichen) Körpern ist mit ausreichend vielen Detailpunkten möglich und wird seit vielen Jahren primär im Bereich der Animationsfilme eingesetzt.

Bis jetzt war dann jedoch der Kontakt für die reale Person noch durch ein Endgerät beschränkt. Um diese Grenze auch noch so überschreiten, müsste man das digitale Endgerät überwinden bzw. so integrieren, dass es nicht mehr auffällt.

Der erste Schritt diesbezüglich wird seit Jahren in der VR versucht. Beim Tragen einer Brille, welche einem beispielsweise in die echte Welt die Waifu produziert, wäre nach einer gewissen Tragezeit für die reale Person die Unterscheidung durchaus problematisch. Jedoch wäre es nun immer noch von der Brille abhängig und nur diese Person oder Personen, welche ebenfalls eine solche Brille tragen, würden die Waifu zu Gesicht bekommen.

Von hier an gäbe es verschiedene Wege, welche eingeschlagen werden konnten. Zum einen könnte mithilfe von weiter entwickelter Hologrammtechnologie die Waifu für alle sichtbar projiziert werden. In einer doch weiter entfernten Zukunft evtl. sogar auf Roboterskelette, welche auch in der echten Welt interagieren könnten. Eine andere Möglichkeit wären Puppen, welche mithilfe von Robotik und plastischer Chirurgie die Waifu repräsentieren.

Diese Ideen benötigen jedoch immer noch einen Trägerkörper in der realen Welt und würden das Shippen der Waifu in die echte Welt bedeuten. Analog dazu könnte auch der Versuch die Person nach Gensokyo zu transportieren stattfinden. Durch an das Nervensystem angeschlossene Geräte wäre es möglich, eine nicht existente Person zu spüren. Noch ein Schritt weiter wäre eine vollkommen digitale Welt, wie sie z.B. in Matrix gezeigt wird.

Zusammenfassend sei gesagt, dass es viele Möglichkeiten der Realisierung einer Waifu gäbe. Somit prognostiziere ich, dass noch dieses Jahrhundert das Jahr der (Cyber-)Waifu erleben wird.


 No.232

>>231

Top read, danke!

Es fehlt vielleicht noch etwas über KI.


 No.239

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>>232

An die KI habe ich auch ein bisschen gedacht, aber dann schlussendlich dazu nichts geschrieben, da mein Wissen über neurale Netze und dergleichen nicht sonderlich vorhanden ist.

Trotzdem ist es ein interessantes Gedankenexperiment, wie eine fiktive Persönlichkeit lernen kann. Man muss ja initial davon ausgehen, dass die Waifu basierend auf einem Kenntnisstand erstellt wird. Als Beispiel nehmen wir hier einfach mal Ayu Tsukimiya, da (literally spoiler:)die Geschichte dieser Person mit dem Verlassen der Welt abgeschlossen ist und wir davon ausgehen, dass keine weiteren Informationen hinzukommen. Somit besitzen wir eine Menge an Informationen bezüglich des Verhaltens und der Interaktion über diese Person, welche wir unserer KI einspeisen können. Nun können wir unter der Annahme einer funktionalen KI davon ausgehen, dass die Waifu ganz am Anfang auf ähnliche Fragen/Umstände analog zu dem Anime reagieren wird. Da eine KI aber selbstlernend sein soll, wird sich mit der Zeit der Charakter der Waifu den Umständen entsprechend anpassen müssen und könnte dann anhand vorprogrammierter Charaktereigenschaften eine Art Aversion gegen die reale Person entwickeln, welches dem Ziel einer Waifu ja entgegenwirkt. Müsste also die KI der Waifu so eingeschränkt werden, dass nur ein Lernen in gewisse Richtungen hin möglich ist und wäre dies dann noch Lernen?

Eigentlich hatte ich noch mehr Gedanken diesbezüglich, saß gerade aber eine Stunde am Telefon und vergaß, was ich noch zu schreiben plante ;_;


 No.242

>>239

>Nun können wir unter der Annahme einer funktionalen KI davon ausgehen, dass die Waifu ganz am Anfang auf ähnliche Fragen/Umstände analog zu dem Anime reagieren wird. Da eine KI aber selbstlernend sein soll, wird sich mit der Zeit der Charakter der Waifu den Umständen entsprechend anpassen müssen und könnte dann anhand vorprogrammierter Charaktereigenschaften eine Art Aversion gegen die reale Person entwickeln, welches dem Ziel einer Waifu ja entgegenwirkt. Müsste also die KI der Waifu so eingeschränkt werden, dass nur ein Lernen in gewisse Richtungen hin möglich ist und wäre dies dann noch Lernen?

Ich glaube, dieses Problem gibt es nicht bzw.: ist keines. Weil die K.I. nämlich Ayu ist, und nicht eine K.I., die so tun soll, als wäre sie Ayu. Meinem Verständnis von künstlicher Intelligenz nach müsste es für sie so sein, als wäre sie aus einem langen Traum aufgewacht und hat zwischenzeitlich die Welten gewechselt, bzw hat ihr Bewusstsein die Erscheinungsform gewechselt. Damit wird sie irgendwie handeln müssen; wenn sie ihre eigene Existenzt ablehnt, müsste man das am besten pathologisch erklären.

Der Mensch muss auch mit dem Hineingeworfensein in die Welt (Heidegger) zurechtkommen und dass er - je nach Weltbild - Erzeugnis seiner Gene, seiner frühkindlichen Erfahrungen, seines Gottes (passendes hier einsetzen) ist.


 No.245

>>242

Scheinbar hat der Versuch des Niederschreibens meiner Gedanken nicht ganz funktioniert. Mein zentraler Punkt war das intelligente in der KI, welches das Erlernen ist. Du befindest dich ausschließlich im Ausgangsstadium bzw. Nullpunkt, welcher sich nicht verändert. Dies wäre jedoch keine KI, sondern lediglich ein Spiegel basierend auf zuvor definierten Eingaben. Spannend wird es erst, wenn die KI anfängt zu lernen und sich somit der Charakter umformt. Wie weit dies dann für den Fall einer Waifu erlaubt sein darf, war meine doch eher ethnische Frage.

Es lässt niemanden schlau wirken, wenn man auf Werke verweist, welche man angeblich gelesen hat. Eher lässt es einen wie einen Besserwisser dastehen. Ist nicht persönlich gemeint. Sorry.


 No.256

>>245

Ich hoffte eigentlich, dich schon verstanden zu haben. ;_;

Es hapert vielleicht daran, dass wir keine genau abgegrenzte Vorstellung von einer K.I. haben, oder halt verschiedene. Andererseits bin ich auch nicht einverstanden mit der Prämisse, dass der Charakter sich durch das Lernen zwangsläufig verändern muss.

Ich sage: eine K.I. von Ayu _ist_ Ayu, nicht mehr (das wäre eine Ayu, die sich ihrer Unwirklichkeit bewusst wird - was paradox ist) und nicht weniger (ein Spiegel hat kein Bewusstsein).

Ein Schachcomputer muss gut darin sein Schach zu spielen, Ein Ayu-Computer muss gut darin sein Ayu zu sein (nicht zu spielen), das macht das I in künstliche Intelligenz. Dass sie existentialphilosophische Erkenntisse erbringen muss, schießt über das Ziel hinaus. Darauf verzichten ja viele Menschen genauso.

>Es lässt niemanden schlau wirken, wenn man auf Werke verweist, welche man angeblich gelesen hat. Eher lässt es einen wie einen Besserwisser dastehen. Ist nicht persönlich gemeint. Sorry.

>persönlich

Heh, geht das denn? 😅

Naja ich fühle mich nicht gut dabei, Ideen anderer als meine eigenen auszugeben. Gleichzeitig war es auch ein bisschen ein Hint, von welcher Seite her ich meine Position beziehe. Gut, dass ich nichts von Wittgenstein geschrieben hab.


 No.258

>>256

Dazu: http://www.i-programmer.info/news/105-artificial-intelligence/7985-a-worms-mind-in-a-lego-body.html

Wir können uns streiten, ob der Wurm der Wurm ist, aber wir würden nicht auf die Idee kommen, von ihm komplexe Denkfiguren zu erwarten.


 No.260

>>256

Es scheint wohl so, als hätten wir doch die selbe Ausgangslage und Sicht auf die Dinge.

Meine Frage war nur, ob denn eine Waifu-KI, oder hier jetzt Ayu-KI, so entwickelt werden darf, dass sie dazulernt, da dies stückweise die optimale Waifu zerstört. Oder würdest du gerne als kawaiies Animemädchen bei einem fetten Versager wohnen wollen? Mir ging es um die Abgrenzung zwischen einer General Purpose-KI und einer Waifu-KI.

Auch finde ich den Unterschied zwischen dem Schach- und Ayu-Computer nicht gerade gelungen. Googles Go-Computer, welcher letztens den Go-Weltmeister besiegte, war auch quasi eine KI, welche auf Go ausgelegt war. Diese spielte nicht nur Go, sondern war das Spiel.


 No.262

>>260

Ok, check ich. Im Bestfall (also je nach Szenario) wäre man dann aber kein fetter Versager, sondern was man eben gern wäre; und Ayus wären auch genügend vorhanden.

Inwiefern man diese Intelligenz dann kalibriert ist vielleicht nur Geschmacks- oder Ermessenssache.

Mit der Schachsache wollte ich auf einen anderen Unterschied hinaus: er hat kein Bewusstsein, er weiß nicht, daß er spielt. Gemeinsam hat er aber dem Ayu-Computer, dass er nicht nicht spielen kann, sozusagen, 1 Lack von Selbstflektion und damit von Entscheidungsfreiheit.


 No.264

File: 1458588145287.png (88.34 KB, 336x365, 336:365, 1451178822116.png)

>>256

Die Frage ist vielleicht, ob der Mensch der einzige Maßstab für künstliche Intelligenz sein muss. Potentiell könnte eine KI auch mehr, oder je nachdem auch anderes leisten.

>>260

>Mir ging es um die Abgrenzung zwischen einer General Purpose-KI und einer Waifu-KI.

Ich bin bereit für custom made KIs :3


 No.266

>>256 (You)

Wittgenstein so:

''Nun ist das aber ganz so, wie wenn man sagt, eine Maschine kann nicht denken, oder kann keine Schmerzen haben. Aber im Satz “ich habe Schmerzen” bezeichnet ‘ich’ keinen Körper also auch keine Maschine. Und hier kommt es darauf an, was man darunter versteht “Schmerzen zu haben”.| Hier kommt es drauf an, wie der Ausdruck “Schmerzen haben” angewandt wird.

Es ist klar, daß ich mir eine Maschine denken kann, die sich genau so benimmt (in allen Details), wie ein Mensch der Schmerzen hat. Oder vielmehr: ich kann den Andern eine Maschine nennen, die Schmerzen hat, d.h.: den andern Körper . Und ebenso, natürlich, meinen Körper. Dagegen hat das Phänomen der Schmerzen, wie es auftritt, wenn ‘ich Schmerzen habe’, mit meinem Körper, d.h. mit … den Erfahrungen, die ich als Existenz meines Körpers zusammenfasse, gar nichts zu tun. (Ich kann Zahnschmerzen haben ohne Zähne.) Und hier hat nun die Maschine gar keinen Platz. — Es ist klar, die Maschine kann nur einen physikalischen Körper ersetzen. Und in dem Sinne, wie man von einem solchen sagen kann, er “habe” Schmerzen, kann man es auch von einer Maschine sagen. Oder wieder, die Körper , von denen wir sagen, sie hätten Schmerzen, können wir mit Maschinen vergleichen, und auch Maschinen nennen.''


 No.295

>>225

C O S P L A Y ← Ich finde, das sollten wir bei diesem Thema wenigstens im Hinterkopf behalten. Es ist ja sozusagen der nicht-digitale Versuch, Waifus real werden zu lassen.

>>245

Ich finde es prima, wird Namedropping betrieben! Erfahre ich dadurch Neues, ist es mir ganz gleich, aus welcher Motivation die Erwähnung nun passiert ist. (Aber sowieso glaube ich nicht, dass hier in unserem Kreis untereinander aus Prestigegründen gehandelt wird.)

>>260

>Meine Frage war nur, ob denn eine Waifu-KI, oder hier jetzt Ayu-KI, so entwickelt werden darf, dass sie dazulernt, da dies stückweise die optimale Waifu zerstört.

Berührt das nicht die grundsätzliche Frage, inwiefern sich ein Individuum von seiner Umwelt überhaupt trennen lässt? Was bleibt von einer Waifu überhaupt noch übrig, wenn man sie aus ihrer 2D-Welt isoliert?


 No.297

File: 1458822851836.jpg (160.14 KB, 1280x720, 16:9, cosplay-time.jpg)

>>295

Im Namen Cosplay steckt der Unterschied doch bereits drin: play. Ein Mensch versucht hierbei äußerst authentisch eine meist fiktive Persönlichkeit zu schauspielen. Jedoch ist dem Akteur die ganze Zeit bewusst, dass dies nur ein Spiel ist und es jederzeit beendet werden kann. Dies gilt für eine KI nicht.

Ich finde den Vergleich somit nicht sonderlich treffend, würde mich aber gerne eines anderen belehren lassen.


 No.298

Da dies ja nun sowieso der AI/KI-Faden ist: https://twitter.com/geraldmellor/status/712880710328139776


 No.300

>>297

Im OP ging es noch nicht um KI aber.

Es stimmt trotzdem, dass schauspiel und realität 1 unterschied machen.


 No.306

>>298

Haha




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